Pressespiegel 2008


... die Jazztage 2008 im Spiegel der Presse


Sächsische Zeitung vom 31. Mai 2008

Jazztage geben ein gutes Gefühl von Stadtleben

Görlitz. Die 13. Jazztage Görlitz zählten insgesamt mehr als 1 800 Besucher. Der Veranstalterverein „Kulturzuschlag” resümiert seit 2006 eine stetige Steigerung. Und das gilt auch bei den Gästen, die Görlitz vom Jazz inspiriert, gezielt in diesen Tagen besuchten. Wie Jazz Kreise zieht, konnten auch rund 250 Zuhörer im Schlosshof des Muskauer Pückler Parks erleben. Anklang fanden neue Programmformate wie der jazzige Montagabend. Die Publikumsresonanz verblüffte selbst Optimisten. Auch das Maschinenhaus der Landskronbrauerei wurde fast überrannt. Dieser Tatort Jazz hat das Zeug zur Erfolgsserie. An die „Unerhörten Orte” finden jährlich mehr Menschen, seit diese Eigenart der Jazztage einst in der Hefefabrik gestartet wurde. Mit der Begegnung von außergewöhnlicher Jazzmusik und unverwechselbarer Architektur ist das Erlebnis Görlitzer Jazztage am Treffendsten umschrieben. Ein Konzept, was Akteure vor wie auf der Bühne erfreut. Die Jazztage 2009 finden voraussichtlich vom 2. bis 7. Juni statt.


Sächsiche Zeitung vom 27.05.08

Bill Evans war einfach Spitze

Die 13. Jazztage Görlitz boten mit ihrer wunderbaren Musik auch höchsten Hörgenuss

von Bernd Meier

Das Festival begann mit einem Jazzabend der Extraklasse: Im Finanzamt spielte am Freitag das Thomas Siffling Trio aus Mannheim. Der Sound elektrisierte die Hörer vom ersten Takt an. Bestechend waren der energiegeladene, klare lyrische Song der Trompete und des Flügelhorns. Ab 19.30 Uhr spielten dann Soundsville heiße Sachen auf der Orgel. Blues war angesagt. Alberto Marsico groovte wie einst Jimmy Smith. Das Tobias Relenberg Quartett versetzte das Publikum am Fischmarkt in Aufruhr. Das Tenorsaxofon swingte den Ton klar und feurig zugleich in die Abendstille.

Wunderbare Meisterschaft
Mit Spannung wurde am Sonnabend die Musik der polnischen Musiker von Fourth Floor erwartet. Die Musiker spielten ihren irrwitzig verrückten Sound in eindringlich intensiven und sehr melodischen Bögen. Wohlgemerkt jeder mit vier Schlegeln, je Hand zwei. Dabei saß jeder Ton dort, wo er hingehörte, wunderbare Meisterschaft. Radek Scarek am Schlagzeug erfreute mit sensiblem, aber auch energischem Puls. Marcin Grabowski rundete die Sache mit einem grummelnden und stringenten Bass ab.

Maracatas
Sängerin Maracatas aus
Brasilien brillierte mit
südamerikanischen Rhythmen.

Danach bot das Horo-Nontett Musik vom Balkan, aus alten jüdischen Kulturräumen sowie aus Arabien an. Horo liebt vertrackte 7/8 oder noch schwierigere Taktversionen und bringt sie in eine versierte und ambitionierte Form.

Das Spitzenevent des Festivals war Bill Evans. Er kam, spielte und begeisterte. Es war einfach umwerfend, wie Evans auf seinem Tenorsaxofon die Töne hervor zauberte. Da staunte das Publikum auf den Bänken, was so ein großer und erfahrener Entertainer draufhat. Dass es ihnen Spaß machte, merkte und hörte man. So rissen dem Geiger, der auf einer außergewöhnlichen elektronischen Geige irrwitzige Solis spielte, die Haare des Bogens; wenn er Piccicato mit den Fingern die Töne zupfte und dabei den Bogen im Mund hielt. Einmal fing der Musiker mitten im Konzert an, einen Ball zu balancieren. Da sah man Bill Evans an, wie er sich an solchen Späßen seiner Musiker erfreute.


Sächsiche Zeitung vom 26.05.08

Bill Evans

Mehr als 1 000 Besucher kommen zu den Görlitzer Jazztagen

Der Weltklasse-Saxophonist Bill Evans und seine Soulgrass Band waren die Stargäste bei den Görlitzer Jazztagen, die gestern Abend mit einem Abschlusskonzert im Maschinenhaus der Landskron-Brauerei zu Ende gingen. Erstmals fanden die Jazztage nicht allein in Görlitz statt, sondern starteten mit einem Konzert im Pückler-Park Bad Muskau. Mehr als 1000 Besucher kamen an den neun Tagen der Jazztage zu den einzelnen Konzerten. Auf den Görlitzer Fischmarkt, der seit Jahren Hauptspielort ist, kamen Freitag- und Sonnabendabend mehrere hundert Gäste.


Sächsiche Zeitung vom 23.05.08

Unerhörte Orte

Jazz im Finanzamt mit dem Thomas Siffling Trio

In der Reihe „Unerhörte Orte”, die am Anfang eines jeden Jazztage-Jahrgangs steht, bespielte gestern Abend das Thomas Siffling Trio die Gewölbehalle des Görlitzer Finanzamts. Früher diente der Raum als Bierlager, später auch Weinlager und Depot für allerlei alkoholhaltige Mixgetränke des VEB Nordstern. Gestern begeisterte nun das Thomas Siffling Trio mit seiner wunderbaren Mischung aus akustischem, fast schon kammermusikalischem Jazz und elektronischer Groove-Musik.

Heute werden die Jazztage mit Auftritten von dem Dresdner Projekt Soundsville, der brasilianischen Sängerin Maracatas und dem Tobias Relenberg Quartett fortgesetzt. Los geht es um 19.30 Uhr auf dem Fischmarkt.


Sächsiche Zeitung vom 22.05.08

Kulturzuschlag e.V.
Die Mitglieder des Vereins Kulturzuschlag organisieren alljährlich die Görlitzer Jazztage.

Ohne Jazz würde etwas fehlen

Bereits zum 13. Mal hat der Kulturzuschlag e.V. die Görlitzer Jazztage auf die Beine gestellt. Müde sind die Macher aber noch lange nicht.

Claudia Neubert

Jazz gehört ganz einfach zu Görlitz. Deshalb verstehen sich die Jazztage eigentlich auch als ein Anknüpfen. „Die Musik hat hier in der Stadt ihre eigene Tradition, die bis in die 40er Jahre zurückreicht”, erklärt Matthias Brendel. Er ist einer der Mitbegründer des Vereins Kulturzuschlag und seit 1992 dabei.

Bunt gemischter Verein
Nach der Wende habe es in der Neißestadt keine Bühne für Kleinkunst mehr gegeben. Das habe ihm und anderen gefehlt und so entstand die Idee, selbst etwas zu organisieren. „Los ging es mit drei, vier Veranstaltungen von Konzert bis Kaberett”, erzählt Friedemann Dressler. Bei dem Landschaftsplaner laufen alle Fäden zusammen. Schließlich entstand die Idee, ein kleines Jazzfestival zu organisieren. „Das spannt uns inzwischen so ein, dass für andere Veranstaltungen leider gar keine Zeit mehr bleibt.” Die insgesamt elf Mitstreiter kennen sich teilweise seit Jahrzehnten. „Wir sind schon zu DDR-Zeiten zusammen zu Jazz-Konzerten gefahren”, verrät Reinhard Schubert. Der Verein ist bunt gemischt. Schubert arbeitet in einer Görlitzer Druckerei, Brigitte Westphal ist Apothekerin, Matthias Brendel als Maschinenbauer tätig. Die Jazz-Leidenschaft hält sie alle seit Jahren zusammen. Dabei sind die Vorlieben verschieden, reichen bis Rock 'n' Roll und Klassik. „Aber genau das macht die Jazztage aus”, sagt Brigitte Westphal. Der Reiz sei die Vielfalt, bis auf Dixie sei auch diesmal alles dabei.

Langweilig werde es nie. Denn jedes Mal wählen die Jazztagemacher aus einer anderen Sparte der vielfältigen Musik. Die Tiptons, die bereits am Montag im Studio G zu hören waren, sind daher eine große Ausnahme. Sie durften schon zweimal bei den Jazztagen dabei sein. „Wir sind alle viel zu neugierige Hörer, als dass wir immer nur die Großen oder immer nur dasselbe auf die Bühne bringen würden”, sagt Reinhard Schubert.

Musik hören als Vorbereitung
So entsteht das Programm seit 13 Jahren immer auf die selbe Weise: Der Kulturzuschlag e.V. sitzt zusammen und hört über Monate Platten. Die schönste Zeit in der Vorbereitung, wie alle einstimmig befinden. Inzwischen habe sich das Festival so herumgesprochen, dass die Bands von allein auf den Verein zukommen. „Allerdings schicken sie uns keine Tapes mehr, sondern CDs oder gleich nur einen Link”, sagt Friedemann Dressler.

Zwar überlege man jedes Jahr aufs Neue, ob es wirklich ein nächstes Mal gibt. „Aber bisher lautete die Antwort immer Ja”, sagt Matthias Brendel lachend. Solange genügend Zuhörer und Sponsoren dabei seien, werde es die 14., 15. und irgendwann 50. Jazztage geben.
Foto: Christian Suhrbier


Sächsiche Zeitung vom 20.05.08

Tiptons

Vorspiel für die 13. Görlitzer Jazztage

Mit einem Konzert der „Tiptons” im Studio G in der Straßburg-Passage sind die Jazztage 2008 in Görlitz angekommen. Vor etwa 150 Zuschauer begeisterten die Musiker aus Seattle mit ihrer Mischung aus Gypsy, Jazz, Klezmer, Punk und HipHop. Erfahrungen, die die Frauen in ihrer langjährigen Musikerinnenpraxis gemacht haben und Einflüsse, die sie aus den unterschiedlichsten Richtungen erhielten, werden zu einer vielschichtigen, spannenden und äußerst temperamentvollen Melange verwoben. Hämmernde Riffs, scharfe Solos und harmonisches Spiel bestimmen ein Programm. Am Donnerstag werden die Jazztage mit einem Auftritt des Thomas Siffling Trios im Foyer des Finanzamtes fortgesetzt.
Foto: Christian Suhrbier