Pressespiegel 2010


... die Jazztage 2010 im Spiegel der Presse


Wochenkurier vom 12. Mai 2010

Der Frühling bringt den Jazz nach Görlitz

Musik am "unerhörten Ort", beim Open Air am Fischmarkt und auch im Schloss

Die 15. Görlitzer Jazztage sind vom 26. bis 30. Mai ein einmaliges Festival, das zunehmend auch überregionales Publikum in seinen Bann zieht.

Görlitz. Denn wer kann schon einer magischen Nacht mit erfrischenden Jazz-Klängen in lockerer Atmosphäre widerstehen? Auch dieses Jahr ist es den Machern der Jazztage (kulturzuschlag e.V.) gelungen, ein breites Repertoire an Jazz-Künstlern aus aller Welt aufzutreiben - Menschen, die einfach Spaß an der Musik haben und andere daran teilhaben lassen wollen.


Geiger Adam Baldych begann seine musikalische Laufbahn schon im Alter von neun Jahren. Bei den Jazztagen gastiert er gemeinsam mit "Damage Control".
Foto: Agentur

Die Jazztage beginnen am 26. Mai wie üblich am "unerhörten Ort", dieses Mal im ehemaligen Autohaus auf der Konsulstraße, wo das "LeipJazzigOrkester" "Michael Jazzson" wieder zum Leben erwecken wird. Am 27. Mai folgt im Theater Görlitz eine Hommage an Michael Balint, präsentiert von einem Trio unterschiedlichster Wurzeln: Vladyslav Sendecki aus Polen, Hakim Ludin aus Afghanistan und JespeRanto aus Deutschland.

Das erste Hauptkonzert startet am 28. Mai auf dem Fischmarkt - dort freuen sich das Matthias Rethberg Trio, das Terrence Ngassa Quintett sowie Adam Baldych & Damage Control feat. Josh Lawrence auf die Besucher. Besonderer Gast an diesem Abend ist der Trompeter Josh Lawrence aus New York City. Am 29. Mai erwarten die sechsköpfige Bläser-Section "Blowing Front", "Slava" sowie die "Nighthawks" mit Winterschladen, Dal Martino und Band das Publikum zum Open Air auf dem Fischmarkt. Den Abschluss des zweiten Hauptkonzertes bildet eine Jamsession in der Vierradenmühle mit den musikalischen Gästen des Abends. Heinrich Heine einmal ganz anders kann man am 30. Mai in der Annenkapelle erleben!

Dort werden Thomas Brückner (Sprecher), Katharina Hilpert (Flöte), Uwe Kropinski (Gitarre) und Günter ,Baby' Sommer (Schlagzeug, Perkussion) eine musikalisch-literarische Inszenierung der besonderen Art liefern: "Heinrich Heine wie neu". Sympathische Schweizer Jungs, die frischen Wind in die Jazzszene bringen, kann man am 5. Juni bei einem Sonderkonzert im Schloss in Bad Muskau erleben: Die Bands "Rusconi" und "No Square".


Sächsische Zeitung vom 22./23. Mai 2010

Jazz kehrt zum Ausgangsort zurück


Das sind Jazztage in Görlitz: Gute Musik, lauschige Abende auf dem Görlitzer Fischmarkt und
begeistertes Publikum. Ab Mittwoch ist alles wieder in der Stadt zu erleben.
Foto: Rolf Ullmann

Am Mittwoch beginnen die 15. Görlitzer Jazztage. Auch in der Annenkapelle gibt es Musik. Der Kulturzuschlag-Verein hat dort 1991 sein erstes Konzert veranstaltet.

Von Ingo Kramer - KRAMER.INGO@DD-V.DE

An den 4. April 1991 kann sich Friedemann Dreßler noch erinnern, als ob es gestern gewesen wäre. Den Kulturzuschlag-Verein gab es offiziell noch gar nicht, doch an diesem Abend hat er schon sein erstes Konzert auf die Beine gestellt. Friedemann Graef und Albrecht Riermeier standen damals auf der Bühne. "Auf Anhieb hatten wir in der Annenkapelle 85 Zuhö- rer", erinnert sich der Gründer und Vorsitzende des Vereins, der sich seit nunmehr 19 Jahren mit Jazz, Jazz und noch mal Jazz befasst.

Jetzt kehrt der Verein in die Annenkapelle zurück: Bei den 15. Görlitzer Jazztagen, die am Mittwoch starten, ist das Gebäude eines von zwei "unerhörten Orten". Am kommenden Sonntag wird mit Thomas Brückner ein gebürtiger Görlitzer Texte von Heinrich Heine vortragen und dabei hochrangige musikalische Unterstützung von Günter ,Baby' Sommer, Uwe Kropinski und Katharina Hilpert erhalten.

Dass das Konzert in der Annenkapelle stattfindet, ist dabei eher ein glücklicher Zufall. Hauptort der Jazztage ist wie immer der Fischmarkt, wo am Freitag und Sonnabend je drei Formationen unter freiem Himmel spielen werden. Einen klaren Favoriten zu benennen, fällt Friedemann Dreßler dabei schwer: "Wir haben zwar keinen ganz großen Namen im Programm, aber dafür ein durchgängig hohes Niveau", sagt er und hofft, wie in den Vorjahren zwischen 1500 und 1700 Besucher zum Jazz zu locken. Bisher läuft der Vorverkauf ähnlich wie in der Vergangenheit: "Die meisten Görlitzer kommen erst in den letzten zwei bis drei Tagen."

Budget von 33 000 Euro
Für die 15. Auflage hat sein Verein auch wieder das gleiche Budget zur Verfügung wie in den Vorjahren: rund 33000 Euro. Während die Hauptförderer immer weniger Geld in die Jazztage stecken, sind viele neue Unterstützer, zumeist kleine Firmen und Privatpersonen, hinzugekommen. Sie machen kleinere Summen locker, aber insgesamt summieren diese sich auch. "Die Unterstützung macht uns Hoffnung", sagt der Vereinschef. Neue Finanzquellen hat er aber auch beim Polnischen Institut, beim Generalkonsulat der USA und sogar bei der Europäischen Union gefunden. Letztere unterstützt im "Efre"-Programm auch Kultur.

"Stillgelegt lautgestellt" hat der Kulturzuschlag-Verein die aus Efre-Mitteln bezahlten Veranstaltungen genannt. Eine davon ist das Görlitzer Eröffnungskonzert der diesjährigen Jazztage am Mittwoch. Dafür will das LeipJazzigOrkester das stillgelegte alte Skoda-Autohaus Konsulstraße 19 mit seinem Programm "Michael Jazzson" lautstellen. Weitere vier bis fünf solcher EU-finan-zierten Veranstaltungen an ähnlich ungewöhnlichen Orten kann sich Friedemann Dreßler für die nächsten Jahre vorstellen - gern auch völlig losgelöst von Jazz und Jazztagen.


Sächsische Zeitung vom 26. Mai 2010

Wie Psychiater irre gut an der Neiße musizieren

Mit einer Hommage an Michael Jackson starten heute die 15. Görlitzer Jazztage. Es wird viel experimentiert.

Von Frank Seibel - SEIBEL.FRANK@DD-V.DE

Irgendwie verrückt: Drei Musiker sitzen auf einer Theaterbühne und spielen Psychoanalyse. Und die Gäste im Parkett sind nicht einfach Zuhörer, sondern Teil der Therapie. So kann es gehen, wenn Psychoanalytiker und Psychotherapeuten aus ganz Europa zu ihrer Jahrestagung nach Görlitz kommen und zur selben Zeit die 15. Görlitzer Jazztage laufen. Dann gibt es zum Auftakt der Tagung ein Jazz-Konzert, das Michael Balint (1896 - 1970) als einen Vordenker der Psychoanalyse mit einer Uraufführung der "Michael-Balint-Suite" ehrt. Der deutsche Arzt und Jazztrompeter Wolfgang Baumgärtner lädt eigens dafür den polnischen Pianisten Vla-dyslav Sendecki und den afghanischen Percussionisten Hakim Ludin ein. "Schöpferische Heiterkeit" verspricht Baumgärtner, wenn das Trio Elemente aus alter und neuer Musik "zusammenklebt".


Mehr als ein Trommler: Günter "Baby" Sommer ist eine Jazz-Legende. Am Sonntag spielt er in Görlitz.
Archiv-Foto: SZ/Jürgen Lösel

Das verrückte Konzert der Psychoanalytiker passt zum Charakter der 15. Jazztage. "Es wird wieder mehr experimentiert werden", sagt Friedemann Dressler vom Verein "Kulturzuschlag", der das Festival alljährlich organisiert.

Das zeigt sich bereits heute Abend beim Auftakt an einem "Unerhörten Ort". In einem ehemaligen Autohaus mitten in der gründerzeitlichen Innenstadt würdigt das "LeipJazzigOrkester" den vor einem Jahr verstorbenen Pop-König Michael Jackson, der für diesen Abend zum "Michael Jazzson" wird. "Das ist keine Persiflage", betont Dressler. Vielmehr eine ernsthafte Übertragung der Pop-Hits in andere Musikformen.

"Furioses Experimentieren" versprechen die Organisatoren auch für das erste von zwei Hauptkonzerten unter freiem Himmel. Am Freitagabend spielt auf dem Fischmarkt der polnische Geiger Adam Baldych gemeinsam mit dem amerikanischen Trompeter Josh Lawrence. Den vorläufigen Schlusspunkt der 15. Görlitzer Jazztage setzt am Sonntagabend eine Legende des Free Jazz mit einem wiederum außergewöhnlichen Programm. Der Schlagzeuger Günter "Baby" Sommer lässt den Dichter Heinrich Heine (1797 - 1856) zu Wort kommen, bevor das Schweizer Klaviertrio "Rusconi" am 5. Juni das Finale im Fürst-Pückler-Park in Bad Muskau gestaltet.

Das bemerkenswerte Programm gestaltet der Kulturzuschlag-Verein mit jährlich knapper werdenden Mitteln. Und startet dennoch eine kleine Werbe-Offensive. Erstmals hat der Verein beim Dresdner Dixieland-Festival in Straßenbahnen auf die Jazztage an der Neiße aufmerksam gemacht.


Niederschlesischer Kurier vom 29. Mai 2010

Jazztage-Auftakt mit Songs von „Michael Jazzson”


Beste Stimmung herrschte am Mittwochabend bei der Auftaktveranstaltung der diesjährigen Jazztage.
Foto: Andre Schulze

Görlitz. Zum Beginn der diesjährigen Jazztage ging es gleich richtig zur Sache: Im früheren Autohaus in der Konsulstraße gastierte am Mittwochabend das "Leipjazzig-Orchester", dabei wurde Michael Jackson zu Michael Jazzson. Die aus Leipzig stammenden Musiker überzeugten mit einer Jazz-Rock-Hommage an die inzwischen verstorbene Pop-Ikone.

An diesem Samstag gibt es auf dem Fischmarkt ab 19.30 Uhr ein Open Air Konzert mit "Blowing Front", "Slava" und "Nighthawks". Am Sonntag wird in der Annenkapelle Günter Sommer mit dem Programm "Heinrich Heine wie neu" erwartet. Zu einem Konzert im Pückler-Park Bad Muskau laden die Organisatoren der Jazztage am 5. Juni ein. Es spielen "Rusconi" und "No Square".


Sächsische Zeitung vom 31. Mai 2010

Frischer Wind bis zum frühen Morgen

Die Görlitzer Jazztage faszinieren zum 15. Mal Musiker und Zuhörer gleichermaßen.

Von Frank Seibel - SEIBEL.FRANK@DD-V.DE

Es ist dann doch ein bisschen später geworden. Viertel vier am Sonntagmorgen war es, als in der Görlitzer Vierradenmühle der letzte Ton verhallt war. So lange dauerte die Session der Jazzmusiker, die am Abend zuvor das zweite große Open-Air-Konzert im Rahmen der 15. Görlitzer Jazztage gestaltet hatten. Vor allem die Bläser der "Blowing Front" aus Amerika, Kuba und Frankreich machten die Organisatoren der Jazztage glücklich.

Mit ihrem "Power-Jazz" war die "Blowing Front" für Friedemann Dressler vom Verein "Kulturzuschlag" die größte Überraschung der Jazztage. Kraftvoll, rhythmisch und sehr vital. Daneben gab es ruhigere Ausflüge zu verschiedensten Musiktraditionen aus aller Welt.

Die Jazztage leben von einer großen Vielfalt. Friedemann Dressler sieht diesen Ansatz auch nach der 15. Auflage bestätigt. Mehr als 1600 Zuhörer erlebten die Konzerte von Mittwoch bis Sonnabend - das vorläufige Finale mit dem fast schon legendären Schlagzeuger Günter "Baby" Sommer gestern Abend noch nicht mitgezählt. Das waren mehr Gäste als im vorigen Jahr.

Während die Open-Air-Veranstal-tungen in der Altstadt traditionell auch ein wenig Stadtfest-Charakter haben - man trifft sich zum Bier auf dem Fischmarkt fanden auch die eher experimentellen Konzerte in geschlossenen Räumen ein beachtliches Publikum. 150 Gäste erlebten den Auftakt in einem ehemaligen Autohaus, als Michael Jackson posthum zum "King of Jazz" mutierte, und die Improvisationen zu Ehren des Psychoanalytikers Michael Bahnt (1896 - 1970) lockten gut 200 Gäste ins Görlitzer Theater. Mit dem polnischen Pianisten Vladyslav Sendecki war schließlich ein Weltstar seines Faches zu Gast, der gleich zu einem Auftritt mit Stimmwunder Bobby McFerrin (Don't worry, be happy) weiterreiste.

Die Aufgeschlossenheit des Görlitzer Publikums beeindruckt Jahr für Jahr auch die Musiker, sagt Friedemann Dressler. "Görlitz ist ja keine Jazz-Hochburg. Aber die Resonanz auch auf experimentelle Angebote ist erstaunlich gut." Doch nicht nur für Jazzfreunde aus der Lausitz ist das Görlitzer Festival eine feste Größe. Besucher aus anderen Regionen Deutschlands - Hamburg, Karlsruhe - hätten sich als Stammgäste zu erkennen gegeben, sagt Dressler. Die Planungen fürs 16. Festival beginnen schon.


Die ungarische Sängerin Slava polarisierte das Publikum
Foto: Nikolai Schmidt


Der Saxofonist der Sängerin Slava brachte am Sonnabend Stimmung auf den abendlichen Fischmarkt. Die 15. Görlitzer Jazz-Tage sind für viele Besucher wieder ein bleibendes Erlebnis.
Foto: Nikolai Schmidt


Niederschlesischer Kurier vom 05. Juni 2010

Jazztage in Görlitz

Jazztage in Görlitz: Das Programm stimmt, das Wetter auch (weitgehend) und das Publikum strömt! Hunderte, ja Tausende wollten sich auch in diesem Jahr das auf mehrere Tage verteilte Event in der Neißestadt nicht entgehen lassen. Andächtig wippten sie im Takt der Rhythmen mit, lauschten nur oder zeigten sich ausgelassen ob der tatsächlich klangvollen Musik der teils weitgereisten Künstler - so unter anderem vom Terrence Ngassa Quintett, Blowing Front, Nighthawks und Slava.

Am Samstag, 5. Juni, gibt es im Schloss des Fürst-Pückler-Parkes in Bad Muskau ein Sonderkonzert mit "Rusconi", einem ambitionierten Klaviertrio, und "No Square", einer erfolgreichen Spitzenband mit dynamischem Sound und technischer Perfektion (beide aus der Schweiz).


Lausitzer Rundschau vom 07.06.2010

Jazznacht im Park Bad Muskau

Bad Muskau. "Diese fantastische Jazznacht werde ich wohl so schnell nicht vergessen", strahlte Janet Breuer. Die Weißwasseranerin gehörte am Samstagabend zu den rund 250 Besuchern im Innenhof des Neuen Schlosses Bad Muskau.


Das Trio "Rusconi" aus der Schweiz.
Foto: André Kurtas

Dort hatten die Stiftung Fürst-Pückler Bad Muskau und der Kulturzuschlag-Verein Görlitz im Rahmen der diesjährigen Görlitzer Jazztage bereits zum dritten Mal zum »Jazz im Park« eingeladen. Zu Gast waren mit »Rusconi« und »No Square« zwei Jazzbands aus der Schweiz. »Das hier ist immer ein ganz tolles Erlebnis, zumal man diese Klänge natürlich in diesem einzigartigen Umfeld erleben kann«, so Besucherin Andrea Schneider.

Großes Lob fand sie auch für die Organisation vor Ort. Für das Jazz-Stelldichein hatte der Förderverein des Neuen Schlosses mit Wein gesorgt. »Diese Veranstaltung ist nicht nur etwas für ausgemachte Jazzfreunde, sondern zieht auch unweigerlich diejenigen in den Bann, die mit Jazz sonst eigentlich nichts am Hut haben«, so die Meinung von Volker Hoffmann aus Bad Muskau. Aus Welzow war Detlef Pusch angereist. »Ich bin zwar oft in Bad Muskau, doch bei dieser Jazz- Reihe heute zum ersten Mal«, sagte er der RUNDSCHAU. Nicht nur die Musik stimmte am Samstagabend, auch das Wetter.